Frankfurter Allgemeine Zeitung - Deutschland | Freitag, 15. Juli 2011
Indien und Pakistan rüsten verbal vorerst ab
Bei einem Bombenanschlag in der indischen Stadt Mumbai sind am Donnerstag mindestens 18 Menschen getötet worden, Hinweise auf die Täter fehlen aber noch. Anders als bei einer Bombenserie vor drei Jahren, bei der pakistanische Attentäter mehr als 160 Menschen getötet haben, ist vorerst der Versuch gescheitert, erneut Zwietracht zwischen den Erzfeinden Indien und Pakistan zu säen, lobt die konservative Frankfurter Allgemeine Zeitung: "Denn beide Seiten befleißigen sich - durchaus untypisch - größter verbaler Zurückhaltung. Wer genau hinter den Anschlägen steckt, ist unklar. Und da sich Indien klugerweise mit vorschnellen Beschuldigungen zurückhält, hat Pakistan einstweilen auch keinen Anlass, wieder einmal die Rolle zu spielen, die der dortigen Elite am besten liegt: die der verfolgten Unschuld. Die Bewährungsprobe für die beiderseitige Zurückhaltung kommt in dem Augenblick, da Indien Ermittlungsergebnisse präsentiert. Erst wenn die verbale Abrüstung auch dann noch hält, darf man verhalten zuversichtlich sein."
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