Les Echos - Frankreich | Montag, 18. Juli 2011
Tests ignorieren mögliche Staatspleite
Die Kriterien der Bankenprüfung waren zwar härter als bei den Tests im Vorjahr, lassen jedoch die wirklichen Probleme außer Acht, kritisiert die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Sie liefern keine Antwort auf die dringendste Frage in Bezug auf das europäische Finanzsystem: die Auswirkung des Bankrotts eines Staats der Euro-Zone. Durch ihre politisch motivierte Entscheidung, dieses Tabu nicht zu brechen, haben die Aufseher den Banken einen verzerrenden Spiegel vorgehalten. In der Tat hat man sich bemüht, in den Bankenportfolios für Staatsschulden indirekt Ausfallrisiken zu simulieren. Hinsichtlich der griechischen Schuldenkrise belaufen sich die von den Finanzmärkten angenommenen Verluste auf fünfzig Prozent, während die Tests sie auf nur fünfundzwanzig Prozent begrenzen. Das ist kurz vor dem EU-Gipfel, den viele als entscheidend ankündigen, zweifellos zu wenig."
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