Delo - Slowenien | Donnerstag, 21. Juli 2011
Hadžić-Verhaftung bringt Serbien der EU näher
Serbien hat am Mittwoch den mutmaßlichen Kriegsverbrecher Goran Hadžić verhaftet. Er war der letzte flüchtige Angeklagte des UN-Kriegsverbrechertribunals für Ex-Jugoslawien. Hadžić soll zehntausende Kroaten zu Beginn der 1990er Jahre deportiert haben. Die Festnahme ist gut für Serbien, doch die Opfer der Kriegsverbrecher bleiben trotzdem in ihrem Schmerz gefangen, meint die linksliberale Tageszeitung Delo: "Zumindest für Serbien ist die Verhaftung Hadžićs eine gute Nachricht. Denn Serbiens Präsident Boris Tadić hat sein Versprechen gehalten, dass es nicht nur bei der Verhaftung von Ratko Mladić bleibt. Außerdem hat dieses Ereignis Belgrad ein großes Stück näher an Brüssel gerückt. Doch leider kennen wir die Fortsetzung des gestrigen Ereignisses: Die Öffentlichkeit und die Medien werden sich eher mit Hadžićs Versteck und seinem Essen in Scheveningen als mit seinen blutigen Taten beschäftigen. Und was ist mit den Opfern? Sie bleiben im Teufelskreis des Schmerzes und in der Erwartung einer Enttäuschung durch das Urteil."
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