Der Standard - Österreich | Donnerstag, 28. Juli 2011
Ein geopolitischer Konflikt
Die Gewalt an der Grenze zwischen Serbien und Kosovo ist eine Folge der internationalen Uneinigkeit bei der Anerkennung des Kosovo, schreibt die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Die USA und maßgebliche EU-Staaten haben zwar immer gegen die Teilung des Kosovo plädiert. Passiert ist aber nichts. Die EU-Mission ist zwar vor Ort, doch die Grenze wird de facto nicht kontrolliert. Nach drei Jahren Unabhängigkeit haben sich im Norden kriminelle lokale Strukturen gebildet, die in dem rechtlosen Raum florieren. Es gibt also nicht nur politische Interessen in Belgrad, sondern auch ökonomische seitens der lokalen Mafia. Es war naiv zu glauben, dass man die ungeklärte Frage des Nordkosovo in einem 'technischen' Dialog zwischen Belgrad und Prishtina lösen kann. Denn es handelt sich nicht nur um einen bilateralen, sondern auch um einen geopolitischen Konflikt: Russland und damit auch China unterstützen Serbien, die USA und der Großteil der EU-Europäer den Kosovo. Es braucht eine politische Lösung."
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