Süddeutsche Zeitung - Deutschland | Freitag, 5. August 2011
EU muss wildes Treiben im Kosovo beenden
Die internationale Nato-Schutztruppe Kfor kontrolliert vorerst bis Mitte September die Grenzübergänge zwischen dem Nordkosovo und Serbien. Mit dieser am Donnerstag getroffenen Einigung zwischen Serbien und der Nato ist Kosovo-Premier Hashim Thaçi mit seinem Vorhaben gescheitert, Belgrad zur Anerkennung der kosovarischen Zollstempel zu zwingen, meint die linksliberale Süddeutsche Zeitung: "Thaçi musste die Einigung zwischen Kfor und Serbien widerwillig akzeptieren. Der Landzipfel im Norden bleibt ein gesetzloser Raum, in dem Schmuggel und Korruption blühen. ... Eigentlich wäre es Aufgabe der EU-Rechtsstaatsmission, dem Treiben ein Ende zu setzen. ... [Doch] solange fünf EU-Länder den winzigen Balkanstaat nicht anerkennen, ist nicht mit einer gemeinsamen europäischen Position zu rechnen. ... Um eine erneute Eskalation zu verhindern, muss die EU beide Seiten zur Wiederaufnahme von Gesprächen zwingen. Dabei müssen sich die Konfliktparteien von Illusionen befreien. Weder kann Belgrad das Amselfeld zurückerobern noch wird Prishtina mit abenteuerlichen Aktionen den Norden integrieren."
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