Les Echos - Frankreich | Montag, 8. August 2011
Politik versagt in der Schuldenkrise
Durch die Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit macht die Rating-Agentur Standard & Poor's deutlich, dass die Politik ihrer finanzpolitischen Kontrollfunktion nicht mehr nachkommt, meint die liberale Wirtschaftszeitung Les Echos: "Die repräsentative Demokratie, in der wir leben, ist vor drei Jahrhunderten aus einer einfachen Idee entstanden: Um die Schuldenspirale zu verhindern, die zum Bankrott führt, müssen die Staatskonten von den Volksvertretern kontrolliert und nicht dem König überlassen werden. Heute kommen die USA dieser ursprünglichen Mission nicht mehr nach. ... Und in unserem alten Europa wächst ebenfalls der Zweifel an der Fähigkeit der Staaten, ihren finanziellen Verpflichtungen nachzukommen, wie die Märkte vergangene Woche gezeigt haben. Die politischen Führer beschwichtigen zunehmend, aber sie verlieren mit dem weiteren Ansteigen der Staatsschulden ihre Glaubwürdigkeit. Um das Vertrauen zurückzugewinnen, braucht es mehr Taten als Worte. Dies gilt nicht nur für das Wohl der Finanzmärkte, sondern auch für die Zukunft der Demokratie."
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