Les Echos - Frankreich | Freitag, 12. August 2011
Frankreich, vom Krisenmanager zum Problemfall
Angesichts der Unruhe der internationalen Finanzmärkten hat Frankreich am Donnerstag sogenannte Leerverkäufe von Bankaktien vorläufig verboten. Bei Leerverkäufen setzen Händler darauf, dass die Kurse fallen. Die französischen Banken, die 2008 im Mittelpunkt der Wirtschaftskrise standen, sind widerstandsfähiger geworden, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos und macht heute den Staat, damals Sicherheitsgarant der Banken, für die Krise verantwortlich: "Heute darf zunehmend an der finanziellen Strapazierfähigkeit der Staaten gezweifelt werden. Diese Zweifel wirken doppelt. Erstens haben die französischen Banken griechische Staatsschulden in ihren Bilanzen. Einige besitzen umfangreiche Pakete italienischer Schulden und alle sind vollgestopft mit französischen Schulden. ... Zweitens kann ein bankrotter Staat den Fortbestand des Systems nicht mehr garantieren. ... Vor drei Jahren stellte der Staat die Lösung der Krise dar. Heute ist der Staat das Problem. Dahin hat uns das alles geführt."
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