Právo - Tschechien | Freitag, 19. August 2011
Jiří Pehe befürwortet Souveränitätsverlust
Erleichtert über die Vorschläge des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy und der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Euro-Rettung äußert sich der Politologe Jiří Pehe in der linken Tageszeitung Právo und widerspricht zugleich Kritikern, die ein Ende nationalstaatlicher Souveränität bejammern: "Es war von Anfang an klar, dass eine gemeinsame Geldpolitik langfristig nicht ohne eine gemeinsame Haushaltspolitik existieren kann. Die Alternative wäre heute der Zerfall der Eurozone und damit der EU mit katastrophalen Folgen. Wirkliche wirtschaftliche Souveränität hat niemand in Europa. Damit Tschechien eine solche Souveränität hätte, müsste es all seine Exporte weg von der EU lenken. Der vernünftige Teil unserer politischen Szene sollte sich für mehr Integration einsetzen. Sonst geraten wir auf das Abstellgleis, von wo aus wir mit ansehen müssen, dass andere Entscheidungen treffen, die uns direkt angehen, aber in die wir von unserer 'Insel der Souveränität' nicht hineinreden können."
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