De Morgen - Belgien | Montag, 22. August 2011
Libyens weiter Weg zur Demokratie
Selbst wenn der libysche Machthaber Muammar al-Gaddafi stürzt, ist das noch kein Grund zur Euphorie, mahnt die linksliberale Tageszeitung De Morgen: "Vor allem weil die Situation in Libyen nicht mit den demokratischen Volksaufständen in Tunesien oder Ägypten zu vergleichen ist. Die Rebellengruppen gegen Gaddafi bestehen nicht aus jungen Menschen, die sich nach Freiheit und Demokratie sehnen, sondern viel mehr aus rivalisierenden politischen Gruppen, die nicht selten eher von Stammes-Loyalität angetrieben werden als von einer großen Sympathie für Demokratie und Menschenrechte. ... Es wäre ein fataler Fehler zu glauben, dass die Demokratie sich in Tripolis von selbst zu voller Pracht entwickeln wird, sobald Gaddafi weggebombt ist. Im Gegenteil. Dafür muss sich im Land erst noch viel verändern."
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