Dilema Veche - Rumänien | Dienstag, 23. August 2011
Mircea Vasilescu sieht die EU in einer Vertrauenskrise
Die EU befindet sich derzeit in einer tiefen Vertrauenskrise, analysiert der Publizist Mircea Vasilescu in der linksliberalen Wochenzeitung Dilema Veche: "Man kann einen Mega-Staat mit einer halben Milliarde Einwohner nicht so unentschlossen und mit einer Mentalität führen wie im 19. Jahrhundert, als die Nationalstaaten groß in Mode waren. Man kann auch nicht dafür werben, dass man ein 'Europa der Bürger' will, ohne sie dann davon zu überzeugen, dass sich dieses Europa auch lohnt. Die enormen Summen, die in die Kommunikationsprogramme der Europäischen Kommission gesteckt wurden, haben nicht viel bewirkt: In schlechten Zeiten flüchten sich die Menschen ja doch wieder in ihre nationalen Gemeinschaften und meinen, dass die europäische Integration ihnen keine Vorteile gebracht habe. Denn in ihrer Nation fühlen sie sich immerhin beschützt. Dort haben sie einige Anhaltspunkte, die ihnen beim moralischen Überleben mehr helfen, als die abstrakten Worte der Bürokraten aus Brüssel. Und dass echte europäische Führungsfiguren fehlen, lässt einmal mehr an der Beschaffenheit des EU-Projekts zweifeln. Wir sehen doch gerade, dass die gesamte Welt auf Sarkozy und Merkel schaut und nicht auf Barroso und Van Rompuy."
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