Der Standard - Österreich | Mittwoch, 24. August 2011
Die schwierige Suche nach der Wahrheit
Mit der Freilassung Dominique Strauss-Kahns ist die Affäre noch nicht zu Ende, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Die Häufung der Vorwürfe gegen DSK dürfte zur Folge haben, dass der brillante Ökonom zumindest seine Ambitionen auf den Élysée-Palast und die Sarkozy-Nachfolge im Mai 2012 begraben muss. Manche mögen darin die brutale Folge eines Mediensystems sehen, das mit seinen TV-Bildern puren - vielleicht sogar antisemitisch unterlegten - Rufmord betreibt. Andere mögen hingegen froh sein, dass einem Macht- und Sexbesessenen wenigstens politisch das Handwerk gelegt sei, wenn schon die US-Justiz versage. Zwischen diesen Ansichten liegen Welten. Sicher ist, dass schwer zu beweisende Vergewaltigungsvorwürfe, wie auch in den Fällen Kachelmann oder Assange, enorme emotionale Reaktionen auslösen und Rechthaber aller Art auf den Plan rufen. Rechthaber haben aber nicht immer recht. Es bleibt die bescheidene Einsicht, dass es keine absolute Gerechtigkeit gibt - sondern nur den absoluten Einsatz und Kampf dafür."
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