Les Echos - Frankreich | Mittwoch, 31. August 2011
Gesamte Euro-Zone in Gefahr
Italien wird nun doch keine Solidaritätssteuer auf Einkommen von über 90.000 Euro im Jahr einführen und modifiziert damit das erst Anfang August auf den Weg gebrachte Sparpaket. Italiens Premier Silvio Berlusconi gefährdet so alle Euro-Länder, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Berlusconis Methoden sind vielleicht für einige seiner Anhänger zufriedenstellend. Aber Italiens Problem bleibt bestehen: Die Staatsverschuldung beträgt 120 Prozent des Bruttoinlandsprodukts, und Italien braucht Geld. ... Silvio Berlusconi kann im September so gut wie jeden Sparplan im Parlament durchsetzen - vielleicht sogar eine ganz neue Version - indem er von der Vertrauensfrage Gebrauch macht. Im europäischen Kontext ist ein solches Benehmen allerdings kaum zulässig, denn der Premier nimmt dabei das Risiko in Kauf, dass die gesamte Euro-Zone in die italienische Krise hineingezogen wird. Das zeigt erneut, dass die Euro-Zone unbedingt eine Wirtschaftsregierung braucht, wie sie Angela Merkel und Nicolas Sarkozy verlangen."
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