Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 31. August 2011
Arabischer Frühling macht vor Algerien halt
Algerien hat Angehörige des gestürzten libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi aufgenommen. Dagegen muss Frankreich etwas unternehmen auf der internationalen Libyen-Konferenz am Donnerstag in Paris, fordert die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Frankreich, mit seinem Präsidenten Nicolas Sarkozy und Intellektuellen vom Kaliber eines Bernard-Henri Lévy, gebärdet sich heute als Beschützer der Freiheitsideale in der arabischen Welt. Eilig hat es seine jahrzehntelange Freundschaft mit den Diktatoren Ägyptens, Tunesiens und Libyens vergessen. Es sollte sich an Algerien erinnern und sich Gehör in einem Land verschaffen, das sich nach den ersten Anzeichen des Protests des Arabischen Frühlings erneut gänzlich abgeschottet hat. Der repressive Apparat von Algier profitiert von den tiefen Wunden des Bürgerkriegs und der Angst vor islamistischem Terror, jedoch auch von der Isolierung und dem Schweigen. ... In der Hoffnung, dass nicht einmal Frankreich es merke, verfolgt Algier innenpolitisch die Strategie der Unbeweglichkeit und außenpolitisch die der wachsenden Einflussnahme in der Region."
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