La Repubblica - Italien | Freitag, 2. September 2011
Skandale machen Berlusconi untragbar
Die italienische Polizei hat am Donnerstag den Unternehmer Giampaolo Tarantini wegen mutmaßlicher Erpressung des Regierungschefs Silvio Berlusconi festgenommen. Tarantini, dem im Rahmen der Sexskandale 2009 die Rolle des Frauenbeschaffers angelastet wird, soll von Berlusconi über eine halbe Million Euro für Falschaussagen eingestrichen haben. Der Premier ist sein eigener Henker, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Berlusconi liefert sich mit seinen öffentlichen Lastern und seinem privatem Lotterleben fortwährend den Einschüchterungsversuchen einer Bande Krimineller aus. Er ist gezwungen, das Schweigen desjenigen zu kaufen, der ihm 'beigestanden' hat und nun droht, alles an die Öffentlichkeit zu tragen. Der Premier ist sein eigener Henker, kein Opfer. ... Ihm selbst wird zwar keine Straftat angelastet, doch mehr denn je kommt das enorme politische Gewicht des Skandals heraus: Die moralische Untragbarkeit eines Premiers, der zum Bankomaten wird."
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