Adevărul - Rumänien | Mittwoch, 7. September 2011
Rumänien verliert CO2-Milliarden
Das Überwachungsgremium des Kyoto-Protokolls hat Rumänien vorübergehend vom europäischen CO2-Emissionshandel suspendiert. Der zuständigen rumänischen Agentur für Umweltschutz (ANPM) ist es in knapp drei Jahren nicht gelungen, die CO2-Emissionen in Rumänien zu inventarisieren oder Emissionszertifikate zu verkaufen. Dadurch entgehen Rumänien drei Milliarden Euro, ärgert sich die Tageszeitung Adevărul: "Das einzige, was wir mit der abgewirtschafteten Industrie aus dem Kommunismus anfangen konnten, ist per Kyoto-Protokoll geregelt: Wir können unsere Emissionszertifikate darauf verkaufen. Wir hätten Geld bekommen, ohne Schulden aufnehmen zu müssen, ohne Co-Finanzierung, ohne Projektausschreibung. Es wäre nur ein bisschen Papierkram gewesen, aber geschehen ist nichts. ... Schon eine Milliarde Euro ist selbst für die deutsche Wirtschaft kein Pappenstiel. Aber mit drei Milliarden Euro hätten wir das gesamte Defizit im Rentensystem decken und das bislang dafür verwendete Geld in Wirtschaft und Infrastruktur investieren können. ... Es wäre eine Möglichkeit gewesen, den Teufelskreis der Krise zu durchbrechen."
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