La Repubblica - Italien | Freitag, 9. September 2011
Timothy Garton Ash über die neuen Helden der USA nach 9/11
Der "Krieg gegen den Terror" bringt die USA nicht mehr weiter, meint der Zeithistoriker Timothy Garton Ash in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica, das neue Konjunktur-Paket schon: "Die Bekämpfung des Terrorismus dürfte bis 2020 hochgerechnet 4.400 Milliarden US-Dollar kosten. Das ist etwa ein Viertel der US-amerikanischen Staatsverschuldung. ... Doch geht es nicht darum auszurechnen, wie viele Arbeitsplätze, Infrastruktur-Projekte und Innovationen mit diesem Geld hätten finanziert werden können. Es geht darum, was Experten Opportunitäts-Kosten nennen, also was ein Land an Prestige, Energie und Vorstellungskraft zu zahlen bereit ist. Wer ein Land begreifen will, muss nach seinen Helden fragen. In den vergangene zehn Jahren haben die USA zwei Arten von Helden gekannt: Erfinderische Unternehmer wie Steve Jobs und Bill Gates. Und den Kämpfer wie den Marines-Soldaten, den Navy Seal oder den Feuerwehrmann. ... Die Worte, die Präsident Barack Obama in seiner Rede vor dem Kongress über die Schaffung von Arbeitsplätzen gesagt hat, werden in den Ohren der US-Amerikaner weitaus bedeutender klingen als alle zweifelsohne bewegenderen Worte, mit denen er am kommenden Sonntag in Washington des 11. Septembers gedenken wird. Ehre sei den Kämpfern. Doch die Helden, die Amerika heute braucht, sind die, die Arbeitsplätze schaffen."
» weiterführende Informationen (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Sicherheitspolitik / Krisen / Kriege, » Arbeitsmarkt, » Gesellschaft, » USA
Alle verfügbaren Texte von » Timothy Garton Ash
» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 9. September 2011