Les Echos - Frankreich | Montag, 12. September 2011
Rücktritt zeigt Probleme
Der Rücktritt des auf Stabilität bedachten Jürgen Stark ist symptomatisch für die Probleme der Deutschen mit der EZB, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Es verwundert nicht, dass es sowohl bei der US-amerikanischen Fed als auch bei der EZB immer schwieriger wird, einen Konsens zu finden. Aber bis jetzt blieb der Ton bei den Diskussionen gedämpft. Jetzt hat Jürgen Stark neue Saiten aufgezogen mit seinem Rücktritt. Er stellt die Möglichkeit einer gemeinsamen Gestaltung des Schicksals der Gemeinschaftswährung in Frage. ... Die Deutschen haben mindestens zwei Probleme mit der Politik der EZB: Den Ankauf von Staatsanleihen und der Leitzins, der zu niedrig ist für ihr Land, das als einziges in der Euro-Zone unter Inflationsdruck steht. Für diese zwei Probleme gibt es zwei Lösungen: Entweder man schwingt sich auf und schafft einen föderalistischen europäischen Staat, oder man lässt sich zurückfallen und die Euro-Zone auseinanderbrechen. Angesichts des Ausmaßes der Probleme wird man sich schnell entscheiden müssen."
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