Die Presse - Österreich | Dienstag, 13. September 2011
Despot Orbán führt Ungarn in Finanzkrieg
Ungarns Premier Viktor Orbán hat am Freitag einen teilweisen Schuldenerlass für ungarische Kreditnehmer angekündigt, dessen Kosten die Banken tragen sollen. Viele Ungarn können ihre Hypotheken bei ausländischen Banken wegen der Frankenstärke derzeit nicht begleichen. Die liberal-konservative Tageszeitung Die Presse ist empört: "Man könnte Prinzipien respektieren: die des Marktes, des Eigentums und der freien Verträge. Man könnte sich mit den Banken an einen Tisch setzen und Stundungen vereinbaren, um Kunden und Institute aus der gemeinsam geschaufelten Grube zu befreien. Aber für solch zivilisierten Umgang hat Orbán nur Verachtung übrig. Er agiert mit dem Furor des Despoten: Der Kurs wird dekretiert, die fremden Firmen sollen bluten. Kommt es dazu, haben [die Banken] Erste und Raiffeisen eine Schlacht verloren, Ungarn selbst aber den Krieg. Denn in ein Land, das sich von der Rechtsstaatlichkeit verabschiedet, in dem jeder Investor jederzeit mit hoheitlicher Willkür rechnen muss, wird bald niemand mehr sein Geld tragen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, deutsch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Verbraucher, » Wirtschaftspolitik, » Banken, » Ungarn, » Österreich
Alle verfügbaren Texte von » Karl Gaulhofer
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 13. September 2011