Lidové noviny - Tschechien | Donnerstag, 15. September 2011
Ein fairer Deal
Die von China verlangte Gegenleistung für Wirtschaftshilfen ist gar keine Erpressung nach Ansicht der konservativen Tageszeitung Lidové noviny: "Peking möchte wissen, was es selbst davon hat. Jetzt könnte man sagen, dass China dem Westen Regeln diktiert. Aber Achtung: Das sind die Regeln, die sich der Westen ausgedacht und dann verletzt hat. Ist das also unfair? China ist die zweitstärkste Wirtschaftsmacht, der größte Exporteur und Gläubiger weltweit. Allein im vergangenen Jahr erhöhte es seine Ausfuhren in die EU um 19 Prozent. Logischerweise möchte es nicht, dass dieser Absatzmarkt zusammenbricht. Aber wenn es investieren soll, will es auch etwas dafür. Die WTO plant für 2016, Peking den Status einer Marktwirtschaft zuzuerkennen und damit auch den Schutz vor Antidumping-Klagen. Nun soll Europa laut Premier Wen Jiabao dafür sorgen, dass das ein paar Jahre früher passiert. Das sei der Weg, wie Freunde mit Freunden umgehen. Erpressung? Nein, denn es sind die Europäer selbst, die China um Hilfe gebeten haben."
» weiterführende Informationen (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Finanzpolitik, » Finanzmärkte, » Europa, » China
Alle verfügbaren Texte von » Zbyněk Petráček
» zur gesamten Presseschau vom Donnerstag, 15. September 2011