De Standaard - Belgien | Freitag, 16. September 2011
Aufbruch in Belgien bleibt schwierig
Der Kompromiss zu dem jahrelang heftig umstrittenen zweisprachigen Wahldistrikt Brüssel-Halle-Vilvoorde (BHV) ist in Belgien zwar begeistert aufgenommen worden, doch Euphorie ist fehl am Platz, warnt die flämische Tageszeitung De Standaard, denn die Lunte um Brüssel brennt noch: "BHV ist ein Pars pro Toto für die Konstruktionsfehler in der belgischen Föderation. Es ist nur billig, dass in einem zweisprachigen Land die Minderheit einen gewissen Schutz genießt. ... Aber es geht nicht an, dass eine Minderheit so geschützt wird, dass sie den Wunsch der Mehrheit ständig blockieren kann. ... Die Französischsprachigkeit in der Peripherie Brüssels kann nicht per Gesetz aufgehoben werden. Friedlichkeit, geschweige denn Freundschaft, kann man auch nicht verordnen. Schritte dahin müssen von beiden Seiten gemacht werden. Davon hängt es ab, ob Belgien wieder lebensfähig wird. Davon und von der Bereitschaft, die echten Herausforderungen, die auf uns zukommen, ohne Gruppenegoismus in Angriff zu nehmen."
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