Corriere della Sera - Italien | Mittwoch, 21. September 2011
Nur vorgezogene Wahlen helfen
Der italienische Premier Silvio Berlusconi gerät nach der Herabstufung der Kreditwürdigkeit innen- wie außenpolitisch immer stärker unter Druck. Der einzige Ausweg sind vorgezogene Wahlen, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Wäre der Premier gezwungen, morgen zurückzutreten, würden die Rating-Agenturen und Finanzmärkte an der politischen Stabilität Italiens und an der Fähigkeit seines Landes zweifeln, die versprochenen Sparmaßnahmen umzusetzen. ... Berlusconi muss abtreten, doch sollte der verdienstvolle Teil seiner Politik gerettet werden, vor allem seine Partei. Keiner kann ein Interesse daran haben, dass eine große politische Kraft, die drei Mal die Wahlen gewonnen hat, zersplittert wird. Um das zu verhindern, und um eine Spur im politischen Geschehen zu hinterlassen, sollte Berlusconi vorgezogene Wahlen für das Frühjahr 2012 ankündigen und gleichzeitig auf eine Kandidatur für eine weitere Amtszeit verzichten. Die Vorteile für Italien wären beachtlich. Wir würden Europa und der Welt zeigen, dass wir in der Lage sind unsere Zukunft in die Hand zu nehmen, und uns selbst zeigen, dass wir Konflikte demokratisch lösen können."
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