Corriere della Sera - Italien | Dienstag, 27. September 2011
Finanzminister erstes Opfer von Putins Rochade
Russlands Finanzminister Aleksej Kudrin ist am Montag zurückgetreten, nachdem Präsident Medwedjew ihn zu diesem Schritt aufgefordert hatte. Der von Premier Waldimir Putin angekündigte Rollentausch im Kreml fordert erste Opfer, meint die liberal-konservative Tageszeitung Corriere della Sera: "Der Nervenkrieg der beiden Protagonisten lässt sich leicht erklären: Kudrin hoffte selbst Premier zu werden, und Medwedjew wollte als Präsident im Kreml bleiben. Putin hat anders entschieden, doch er würde einen großen Fehler begehen, sollte er nicht begreifen, dass sich hinter dem eklatanten Zusammenstoß zwischen Kudrin und Medwedjew eine brodelnde Unzufriedenheit verbirgt. Der scheidende Präsident hat eine nicht zu unterschätzende Gruppe treuer Gefolgsmänner um sich geschart. Andere Interessengruppen fürchten die Rückkehr von Putins ehemaligen KGB-Kollegen. Vor allem aber beginnt die russische Gesellschaft dank des wachsenden wirtschaftlichen Fortschritts eine echte politische Repräsentanz zu fordern. Sie lässt sich nicht länger von Machtspielen unter Zaren abspeisen."
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