Corriere del Ticino - Schweiz | Freitag, 7. Oktober 2011
Milliardenpaket für Banken nutzlos
Die Börsen haben am Donnerstag positiv auf den Vorschlag von Berlin und Brüssel reagiert, die europäischen Banken zu rekapitalisieren. Nur schade, dass unklar ist, wie die laut Schätzung des Internationalen Währungsfonds 200 Milliarden schwere Operation finanziert werden soll, höhnt die liberale Tageszeitung Corriere del Ticino: "Da die Rettung schwerlich an den Märkten finanziert werden kann, werden die Staaten entweder direkt oder indirekt über den Rettungsfonds zur Kasse gebeten. Die Operation würde weitere Löcher in die Haushaltsbilanzen vieler Staaten reißen und den Risikoaufschlag für ihre Staatsanleihen noch erhöhen. Das Problem der übermäßigen Staatsverschuldung kann jedoch nur durch einen Schuldenschnitt gelöst werden. Besser wäre natürlich Wirtschaftswachstum, doch das genau fehlt sowohl in Europa als auch in den USA. Der Vorschlag der Rekapitalisierung ist somit keine freie Entscheidung, sondern eine Notlösung und ähnelt sehr den Auswegen, die kurz vor der Pleite von Lehman Brothers eingeschlagen wurden. Ein milliardenschweres Pflaster, das keine Abhilfe für die Krise schafft, sondern einzig und allein dazu dient, Zeit zu gewinnen."
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