Les Echos - Frankreich | Donnerstag, 13. Oktober 2011
Barrosos Pläne belasten Banken
EU-Kommissionspräsident José Manuel Barroso hat in seiner Rede zur Lage der Europäischen Union am Mittwoch einen Fünf-Punkte-Plan für Stabilität und Wachstum vorgestellt. Doch seine Ideen könnten das Gegenteil bewirken, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Man wird bei den Regelungen, die nun ein für allemal die Krise beenden sollen, der Versuchung widerstehen müssen zu weit zu gehen. ... An der Börse geht man davon aus, dass bei der Rekapitalisierung der Banken eine Eigenkapitalquote von mindestens neun Prozent zugrunde gelegt wird. Dieser Wert übersteigt bei Weitem die Anforderungen, die im Banken-Regulierungspaket Basel III als Norm festgelegt wurden. Dabei hielt man diese Standards schon für sehr streng. Die EU will sich besonders tugendhaft zeigen, und bewirkt damit vielleicht das Gegenteil dessen, was sie beabsichtigt. Sie könnte nämlich die privaten Investoren davon abschrecken, in diese Kreditinstitute zu investieren, da sie nur eine beschränkte Aussicht auf Rentabilität bieten. Das würde die Kapazität der Banken für die Finanzierung der Wirtschaft einschränken. Keine sehr erfreuliche Perspektive."
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