Der Standard - Österreich | Donnerstag, 20. Oktober 2011
PKK sabotiert Reform der Türkei
Mit ihren Angriffen sabotiert die PKK gezielt politische Reformen, die den Kurden zugute kommen würden, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Die PKK hat ihre Serie von Überfällen in der Grenzprovinz Hakkari genau auf den Tag gelegt, an dem in Ankara die neue Verfassungskommission ihre Arbeit beginnen sollte. Das ist kein Zufall. Die Führer der Untergrundarmee versuchen ganz offensichtlich, das wichtigste politische Projekt des Landes zu sabotieren. Mit einer neuen Verfassung wollen Parlament und Regierung die Zeit der Vormundschaft durch das Militär hinter sich lassen und den türkischen Staatsbürger neu definieren. Und zwar so, dass sich die Minderheiten im Land - in erster Linie die rund 20 Millionen Kurden - erstmals wirklich in der türkischen Republik wiederfinden. Jetzt haben erst einmal wieder die Generäle das Sagen und die politische Führung, die Vergeltung für die neuen Toten ankündigt. Die große Rechtsreform kann so nicht gelingen."
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