Gazeta Wyborcza - Polen | Freitag, 21. Oktober 2011
Diktatoren müssen scheitern
Der Tod des gestürzten libyschen Herrschers Muammar al-Gaddafi zeigt, dass Diktatoren auf lange Sicht scheitern, erläutert der Chefredakteur der liberalen Tageszeitung Gazeta Wyborcza, Adam Michnik: "Man sollte sich nie über den Tod eines Menschen freuen, selbst dann nicht, wenn dieser ein Tyrann war und Schuld trug für das Leid Tausender anderer. Der Tod von Muammar al-Gaddafi ist deswegen kein Grund zur Freude für mich. Er gibt mir aber Anlass, über die Welt nachzudenken, in der wir gemeinsam mit Diktatoren leben. Gaddafi schien unangreifbar zu sein. Er hat die ganze Welt betrogen und erniedrigt. Er hat mit harter Hand die Libyer terrorisiert und sich gleichzeitig, nach konfliktreichen Jahren, mit den westlichen Demokratien verständigt. … Aber er hat sich verrechnet. Seine Untergebenen haben letztlich erkannt, dass es nun Zeit ist, um zu sagen: Genug! … Das war ein Signal, das an andere Völker ging, die in einer Tyrannei leben: Diktaturen enden nie straflos, Diktatoren sind nicht unsterblich."
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