România Liberă - Rumänien | Montag, 31. Oktober 2011
Tom Gallagher über die scheinheilige Euro-Rettung
Die Einführung des Euro war nicht durchdacht, meint der britische Politologe Tom Gallagher in der Tageszeitung România Liberă und kritisiert die Maßnahmen der EU zur Euro-Rettung auf dem Krisengipfel vorige Woche: "Es hat sich gezeigt, dass der Euro - der Hauptpfeiler der europäischen Integration - auf einem brüchigen Fundament steht. Statt die Grundlage für eine gemeinsame europäische Wirtschaft zu sein, hat die Gemeinschaftswährung die EU in eine nie dagewesene Krise gestürzt. ... Der Euro vereint 17 Staaten, deren Wirtschafts- und Finanzsituation unterschiedlicher nicht sein könnte. Doch wurde weder im Vorfeld darüber reflektiert noch wurde eine ernsthafte Debatte über die Nachhaltigkeit des Projekts geführt. Wir waren naiv und dachten, dass die riesigen Unterschiede zwischen den schwergewichtigen Industrieländern und den finanzschwachen Ländern, deren Wirtschaft vor allem auf Konsum basiert, angesichts der europäischen Integration wie durch ein Wunder verschwinden würde. ... Vorige Woche nun wurde ein zutiefst scheinheiliger Plan verabschiedet. Denn er hat in Wirklichkeit die Banken und die anderen Kreditgeber Griechenlands gerettet und keineswegs das griechische Volk oder die griechische Wirtschaft. Derzeit befindet sich Europa leider nicht in den besten Händen."
» zum ganzen Artikel (externer Link, rumänisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Finanzpolitik, » Europa
Alle verfügbaren Texte von » Tom Gallagher
Debatten verfolgen » Griechenland ächzt unter der Krise, » Wege aus der Schuldenkrise
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 31. Oktober 2011