Les Echos - Frankreich | Dienstag, 1. November 2011
Deutsche finden Milliarden, Griechen suchen sie
Die verstaatlichte deutsche Bank Hypo Real Estate ist nach der Korrektur eines massiven Rechenfehlers jetzt 55 Milliarden Euro mehr Wert, wodurch die deutsche Staatsverschuldung mit einem Schlag um 2,6 Prozentpunkte gesunken ist. Daran zeigt sich der Unterschied zwischen Deutschland und Griechenland, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "In der Bibel steht (immerhin ist heute Allerheiligen): 'Die Ersten werden die Letzten sein.' Hier bleiben die Ersten jedoch die Ersten. Wenn Griechenland seine Bilanzen fälscht, dann natürlich, um die katastrophale Schieflage zu vertuschen. Aber wenn Deutschland sich irrt, dann selbstverständlich zu seinen Gunsten. … Mehr denn je ist Deutschland das Anti-Griechenland. Auf dem Papier müsste und könnte der deutsche Rechenfehler den griechischen ausgleichen. Aber die Schulden werden auf dem Kontinent, den wir uns teilen, nicht gemeinsam verwaltet, und deshalb funktioniert es nicht so. ... Da heute Feiertag ist, scherzen wir ein wenig: In den Ländern im Norden Europas ist man ernsthaft. Außerdem trinkt man Bier. In den Länder im Süden Europas ist man weniger ernsthaft und trinkt Wein. In welche Kategorie Frankreich gehört, wissen wir ja."
» zum ganzen Artikel (externer Link, französisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Finanzpolitik, » Alltagskultur, » Deutschland, » Frankreich, » Griechenland
Alle verfügbaren Texte von » Dominique Seux
Debatten verfolgen » Griechenland ächzt unter der Krise, » Wege aus der Schuldenkrise
» zur gesamten Presseschau vom Dienstag, 1. November 2011