Les Echos - Frankreich | Montag, 21. November 2011
Draghis Zurückhaltung macht EZB unglaubwürdig
Der Chef der Europäischen Zentralbank Mario Draghi hat am Freitag auf dem europäischen Bankenkongress in Frankfurt gesagt, die EZB könne nicht unbegrenzt Staatsanleihen hochverschuldeter Staaten aufkaufen, ohne ihre Glaubwürdigkeit aufs Spiel zu setzen. Aber die gefährdet sie gerade durch ihre zurückhaltende Politik, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Drei Krisenstaaten, Griechenland, Italien und Spanien, bekommen fast gleichzeitig neue Regierungen, die sich der Tatsache wohl bewusst sind, dass sie in Zukunft Opfer bringen müssen. Es muss dringend eine Möglichkeit gefunden werden, ihnen ein bisschen Zeit einräumen. Wie man an den Zinssätzen ablesen kann, kostet sie diese Zeit gerade Unsummen, die sie in den Ruin treiben. Welchen positiven Effekt soll es haben, wenn man ihnen ohne mit der Wimper zu zucken bei ihrem Untergang zusieht? ... Die EZB muss sich fragen, was von ihrer Glaubwürdigkeit übrig bliebe, wenn die Euro-Zone, zu deren Stabilitätssicherung sie beiträgt, zusammenbricht."
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