Les Echos - Frankreich | Donnerstag, 24. November 2011
Deutsches Fiasko bei Staatsanleihen gut für EU
Deutschland galt bislang als sicherer Hafen für Investoren. Am Mittwoch konnte das Land aber mehr als ein Drittel seiner angebotenen Staatsanleihen mit zehnjähriger Laufzeit nicht verkaufen. Das ist eine gute Nachricht, meint die Wirtschaftszeitung Les Echos: "Die Krise hat Deutschland eingeholt. Natürlich ist es nicht erfreulich, dass die These der gesamteuropäischen Rezession sich als wahr herausstellt und dass nun der letzte Zufluchtsort in der Euro-Zone verschwindet. Aber diese neue Lage wird die deutsche Regierung dazu zwingen, ihre Haltung zu ändern. Das Land kann sich armen Staaten gegenüber nicht länger als Musterschüler aufspielen. Es wird seine elitäre Abschottung bald aufgeben müssen. Deutschland wird seinen Partnern und ihren Vorschlägen zur Lösung der Schuldenkrise mehr Gehör schenken müssen, vor allem wenn es darum geht, die EZB zum Geldgeber im Notfall zu machen, sie also Staatsanleihen kaufen zu lassen zum Zeitpunkt der Herausgabe. Nebenbei bemerkt: Genau das hat die Bundesbank gestern eifrig getan, um den mangelnden Appetit der Investoren auszugleichen."
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