Neue Zürcher Zeitung - Schweiz | Freitag, 25. November 2011
Jemens Demokratie-Aktivisten sind die Verlierer
Jemens Präsident Ali Abdullah Saleh hat am Mittwoch seinen Machtverzicht erklärt, die Demonstrationen im Land gehen aber weiter. Sie richten sich gegen das Abkommen, das Saleh Straffreiheit garantiert und bis zu Wahlen innerhalb von 90 Tagen den Weg für den bisherigen Vizepräsidenten Abd Rabbo Mansur Hadi freimacht. Die liberal-konservative Neue Zürcher Zeitung gibt den Demonstranten Recht: "Die grossen Verlierer des in Saudiarabien unterzeichneten Abkommens über den Machttransfer sind jene mehrheitlich jugendlichen Aktivisten, die seit Februar in Sanaa ausharren, Reformen fordern und die Flagge des arabischen Frühlings trotz härtestem Vorgehen von Salehs Scharfschützen und Folterknechten hochhalten. Die Friedensnobelpreisträgerin Tawakul Karman ist eine von ihnen. Der von den Aktivisten geforderte politische und soziale Aufbruch wird mit der Vereinbarung nicht eingeleitet. Stattdessen wurde einmal mehr auf der Basis bestehender Stammesstrukturen eine Machtteilung unter den beteiligten Clanchefs ausgehandelt. Diese Art der Konfliktbewältigung hat zwar Tradition, sie führt Jemen aber nicht weiter."
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