Il Sole 24 Ore - Italien | Dienstag, 6. Dezember 2011
Zukunft Afghanistans ohne Hauptakteure geplant
Auf der Afghanistan-Konferenz am Montag in Bonn hat die internationale Gemeinschaft dem Land Hilfe bis 2024 zugesagt. Im Gegenzug stellte Präsident Hamid Karzai weitere Reformanstrengungen in Aussicht. Eine lobenswerte Einigung, die leider ohne die Protagonisten getroffen wurde, wendet die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore ein: "In Bonn fehlten die beiden Hauptakteure, die für einen Friedensprozess am Wichtigsten sind: Pakistan und die Taliban. Sie spielen zudem eine Schlüsselrolle in der für 2014 geplanten Exit-Strategie, wenn das 140.000 Mann starke internationale Truppenkontingent aus Afghanistan abrücken wird. Das Misstrauen zwischen Karzai und Pakistan hat die höchste Stufe erreicht, von der Beziehung zwischen Washington und Islamabad ganz zu schweigen. Der Bruch steht bevor. ... Denn keine pakistanische Regierung wird jemals auf ihre Rolle in Afghanistan verzichten, solange die USA Pakistan nicht ebenso behandeln wie Indien. Doch die USA tragen sich nicht im geringsten mit der Absicht, einen solchen Pakt des strategischen Gleichgewichts ins Leben zu rufen. Unter diesen Voraussetzungen konnten die Ergebnisse der Konferenz nur vage ausfallen."
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