La Repubblica - Italien | Mittwoch, 7. Dezember 2011
Joseph E. Stiglitz fordert Wachstumstrategien für Euro-Rettung
Haushaltsdisziplin und strikte Sparvorgaben, wie von Deutschland und Frankreich gewünscht, reichen nicht, um Europas Schuldenkrise zu lösen, mahnt der Wirtschafts-Nobelpreisträger Joseph E. Stiglitz in der linskliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Es ist schön und gut, den Südeuropäern verschwenderische Haushaltsführung vorzuwerfen, oder Spanien und Irland zu beschuldigen, ihren freien Märkten freien Lauf gelassen zu haben, ohne die Konsequenzen zu beachten. Aber das löst nicht die aktuellen Probleme: Die riesigen Schuldenberge, ob sie nun Ergebnis privater oder öffentlicher Fehlberechnungen sind, müssen innerhalb des Euro-Rahmens abgebaut werden. Die momentanen Einsparungen im öffentlichen Sektor lösen nicht das Problem der Verschwendung von gestern, sondern stoßen die Wirtschaft lediglich noch tiefer in die Rezession. Die europäischen Staatsführer wissen das. Sie wissen, dass wir Wachstum brauchen. Anstatt sich aber um die aktuellen Probleme zu kümmern und Wachstumsstrategien zu finden, reden sie lieber darüber, was frühere Regierungen hätten tun sollen. Dies wäre vielleicht als Predigt brauchbar, löst aber die Probleme Europas nicht - und wird auch den Euro nicht retten."
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