Lidové noviny - Tschechien | Mittwoch, 7. Dezember 2011
Tschechische Ärzte-Invasion in der Slowakei
Im Zuge des Tarifstreits slowakischer Ärzte hat die Regierungschefin Iveta Radičová am Samstag ihren tschechischen Amtskollegen Petr Nečas um Hilfe gebeten, der umgehend rund 30 Militärärzte in die Slowakei abkommandierte. Eine verfassungswidrige Zusammenarbeit, meint die konservative Tageszeitung Lidové noviny: "Der Vergleich des Chefs der slowakischen Ärztegewerkschaft mit der Invasion des Warschauer Pakts 1968 ist natürlich übertrieben. Dennoch überrascht die Leichtigkeit, mit der die beiden Regierungschefs ihre Verfassungen unterliefen. Iveta Radičová mit der Ausrufung des 'Notstands' und Petr Nečas mit der Entsendung einer 'militärischen Mission ins Ausland'. ... Wenn die ungarische Regierung unter Viktor Orbán einen ähnlich blödsinnigen Einfall gehabt hätte, würde man in der Slowakei nicht so schmunzeln. Sollten tschechische Militärärzte in ein paar Wochen zu einer Auslandsmission nach Ungarn aufbrechen - auch dort wollen die Ärzte streiken - dann könnte man das dort mit 1956 vergleichen. Mit den Okkupanten ging man damals dort nicht liebevoll um."
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