Público - Portugal | Mittwoch, 14. Dezember 2011
Ian Buruma fordert mehr Einsatz für den europäischen Traum
Die Idee eines vereinten Europas dürfen wir auch in Zeiten der Krise nicht einfach aufgegeben, meint der Professor für Demokratie und Menschenrechte Ian Buruma in der Tageszeitung Público: "Da die EU weder ein Nationalstaat noch eine Demokratie ist, gibt es kein 'europäisches Volk', das der EU über schwierige Zeiten hinweghelfen würde. Reiche Deutsche und Niederländer wollen nicht für den wirtschaftlichen Schlamassel bezahlen, in dem sich die Griechen, Portugiesen oder Spanier heute befinden. Statt Solidarität zu beweisen, halten sie Moralpredigten, als ob alle Probleme im europäischen Mittelmeerraum das Resultat von Faulheit oder der Korruptheit seiner Bürger wären. … Erst einmal müssen wohlhabende Nordeuropäer überzeugt werden, dass es in ihrem Interesse ist die EU zu stärken. Schließlich haben sie am meisten vom Euro profitiert, der es ihnen ermöglicht hat, kostengünstig nach Südeuropa zu exportieren. … Demokratie in einer Gemeinschaft aus 27 Nationalstaaten mag wie ein verrückter Traum erscheinen, und vielleicht ist es das auch. Aber sofern man nicht bereit ist, den Aufbau eines stärker geeinten Europas aufzugeben, ist es dieser Traum unbedingt wert, in Betracht gezogen zu werden."
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Mehr aus der Presseschau zu den Themen » EU-Politik, » Weltanschauung, » Gesellschaft, » Europa
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