La Repubblica - Italien | Donnerstag, 15. Dezember 2011
Berlusconis fremdenfeindliches Vermächtnis
Nach dem erlogenen Vergewaltigungs-Vorwurf einer jungen Italienerin hat eine aufgebrachte Menschenmenge am Samstag ein Lager der Roma in Turin angegriffen und in Brand gesetzt. Dieser Brandanschlag und der Mord an zwei Senegalesen am Dienstag in Florenz zeigen, dass die unter Silvio Berlusconis Regierung geschürte Ausländerfeindlichkeit in Italien mittlerweile weit verbreitet ist, meint die linksliberale Tageszeitung La Repubblica: "Italien steht nicht nur in Brüssel auf dem Prüfstand. Es muss auch zeigen, wie zivilisiert es ist. … Die jüngsten Vorfälle offenbaren eine weite Verbreitung des Virus des Rassismus und des Ausländerhasses. … Zwar hat das Oberste Verwaltungsgericht das Nomaden-Notstandsdekret der früheren Regierung für nicht rechtskräftig erklärt, doch die Vorurteile sitzen mittlerweile tief wie beide Gewalttaten offenbaren. Der Sturz einer Regierung genügt nicht, die so lange und hartnäckig auf der Welle des Populismus ritt und mit dem Gespenst der Bedrohung durch Ausländer die verängstigte Menge beherrschte. Wir müssen uns mit der Hinterlassenschaft dieser Regierung im kollektiven Bewusstsein auseinandersetzen."
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