Der Standard - Österreich | Dienstag, 20. Dezember 2011
Türkei schwelgt in Selbstverherrlichung
Die türkische Regierung versucht ein vom französischen Parlament geplantes Gesetz zu verhindern, das die Leugnung des Völkermords an den Armeniern in Frankreich unter Strafe stellt. Dass Ankara am Montag eigens eine Abgeordnetengruppe nach Paris entsandte, um die Abstimmung zu beeinflussen, ist symptomatisch für die aggressive türkische Außenpolitik, meint die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Drohen, auf den Tisch hauen, in selbst zuerkannter Größe schwelgen. Wer die 'Ankara-Kriterien' nicht unterschreibt, jenen von Regierungschef Tayyip Erdogan aufgestellten, in spöttischer Entgegnung der EU-Beitrittskriterien entworfenen Katalog türkischer Interessen, der wird bestraft: 'Eiszeit' in den Beziehungen zur EU, welche nicht begreifen will, dass Zypern 2012 keine Ratspräsidentschaft übernehmen darf; Wirtschaftssanktionen und Botschafterabzug für Frankreich, das sich anmaßt, die Auslöschung von einer Million Armenier 1915/16 beim Namen zu nennen. Die Wahrheit ist: Es sind die Türken, nicht die Franzosen, die ein Gesetz bräuchten, das den Genozid anerkennt."
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