Hospodářské noviny - Tschechien | Mittwoch, 21. Dezember 2011
Adam Černý über Václav Havel, Russland und China
In Tschechien beginnt am heutigen Mittwoch die dreitägige Staatstrauer für den verstorbenen Ex-Präsidenten Václav Havel. Während alle Welt Havel würdigt, kam aus China bislang kein Wort der Anteilnahme, Russland schickte nur ein mageres Telegramm. Es stimmt offenbar doch, dass das Eintreten für die Menschenrechte seinen Preis hat, analysiert der Kolumnist Adam Černý in der Wirtschaftszeitung Hospodářské noviny: "Kleine Staaten haben es immer schwer gegenüber großen zu bestehen, sagen Realpolitiker. Für Tschechien hieße das: Die Kritik an der Menschenrechtspolitik in Russland und China bringt uns um vorteilhafte Geschäfte. Doch unsere Erfahrungen besagen, dass der, der sich der Kritik enthält, keine Vorteile aus seiner Zurückhaltung erwarten darf. ... Das Verhalten Chinas und Russlands allerdings ist nicht misszuverstehen. Für Tschechien ist aber auch klar: Wenn wir künftig unsere Kritik an der Verletzung der Menschenrechte für uns behalten, würde das unseren Werten widersprechen und unseren Interessen zuwider laufen."
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