Der Standard - Österreich | Freitag, 23. Dezember 2011
USA begehen strategische Fehler im Irak
Eine Serie von Bombenanschlägen in vornehmlich schiitischen Gegenden mit mehr als 60 Toten hat am Donnerstag die irakische Hauptstadt Bagdad erschüttert. Der Abzug der US-amerikanischen Truppen könnte sich noch als strategischer Fehler erweisen, fürchtet die linksliberale Tageszeitung Der Standard: "Obama wird nun noch mehr unter Beschuss der Republikaner dafür geraten, dass es ihm nicht gelungen ist, die US-Armeepräsenz im Irak zu verlängern. Keine Missverständnisse: Obama wollte das, Wahlversprechen hin oder her. Aber [der irakische Premier] Maliki wollte nicht - und seine Freunde in Teheran schon gar nicht. Sie alle wissen, dass der Sturz Assads und die folgende Stärkung der Sunniten in Syrien und im Libanon auch die schiitische Übermacht im Irak bedroht. Ein komplettes Rollback - wie sich das Saudi-Arabien wünscht - wird es zwar bestimmt nicht geben, das wäre ja auch demokratiepolitischer Unsinn. Aber dass die USA sich aus dem Irak just in einem Moment zurückziehen, in dem die Verdrängung des Iran aus den arabischen Ländern Gestalt annimmt, könnte sich als strategischer Fehler erweisen."
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