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La Repubblica - Italien | Samstag, 24. Dezember 2011

Ägyptens Demokratie in Gefahr

Am 25. Januar 2011 begann mit den ersten Protesten auf dem Tahrir-Platz in Kairo die Revolution in Ägypten. Doch das ägyptische Militär und der wahrscheinliche Sieg der Muslimbrüder gefährden dem demokratischen Aufbruch im Land, schreibt der marokkanische Schriftsteller Tahar Ben Jelloun in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Die heutigen Ereignisse auf dem Tahrir-Platz zwingen uns, einige unserer Meinungen zu revidieren. Was vor einem Jahr in Ägypten geschah, war keine Revolution sondern ein Militärputsch. Mubarak hat das Land (sic!) nicht auf Druck der gleichwohl zahlreichen Proteste verlassen, sondern auf ausdrücklichen Wunsch der Militärjunta. … Niemand weint ihm nach, doch die Bevölkerung fordert einen gerechten Prozess und vor allem die Rückerstattung der Milliarden von Dollar, die er dem Volk gestohlen hat. Das Militär geht einen anderen Weg. Es raubt dem Volk die Revolution, während sich bei den Wahlen der Sieg der Muslimbrüder abzeichnet. Doch es sind keine demokratischen Wahlen, denn Wahlen allein bedeuten noch keine Demokratie. Dazu bedarf es der Verteidigung der demokratischen Grundwerte. Nur ist Religion nicht mit Demokratie vereinbar."

» zur gesamten Presseschau vom Mittwoch, 28. Dezember 2011

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