Corriere della Sera - Italien | Sonntag, 15. Januar 2012
Bernard-Henri Lévy erwartet harte EU-Strafe für Ungarn
Die EU-Kommission will am Dienstag darüber entscheiden, ob sie gegen Ungarn ein Verfahren wegen Verletzung der europäischen Verträge einleitet. Brüssel soll entschlossen handeln, damit Ungarns Verirrungen nicht Schule machen, fordert der französische Philosoph Bernard-Henri Lévy in der liberal-konservativen Tageszeitung Corriere della Sera: "Das Warnsignal gilt nicht nur für Ungarn, sondern auch für den Rest des Kontinents, befürchte ich. Denn in Zeiten der Finanz- und Wirtschaftskrise ist die europäische Idee selbst bedroht. … In der Epoche des Internets, in der jeder mit jedem kommuniziert und ein dünner, aber kurzer Draht jemanden wie Marine Le Pen mit irgendeinem Extremistenführer in Thüringen, Flandern, Norditalien oder eben mit Viktor Orbán verbinden kann, ist es nicht unvorstellbar, dass sich in Europa eine wachsende Zahl von Menschen findet, die in diesem ungarischen Laboratorium die Umsetzung ihres immer weniger geheimen Projektes sehen: Europa loszuwerden, es zu zerstören und bei dieser Gelegenheit auch gleich einige demokratische Regeln abzuschütteln, die man wie in den 1930er Jahren als Korsett empfindet und daher in Krisenzeiten unangemessen. ... Deshalb erwarten wir von Europa rasche, unmissverständliche und starke Worte der Verurteilung."
» weiterführende Informationen (externer Link, italienisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Internationale Beziehungen, » EU-Politik, » Ungarn
Alle verfügbaren Texte von » Bernard-Henri Lévy
Debatten verfolgen » Widerstand gegen Ungarns Regierung
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 16. Januar 2012