Adevărul - Rumänien | Donnerstag, 19. Januar 2012
Rumäniens Opposition will von Protesten profitieren
Das rumänische Oppositionsbündnis USL aus Sozialdemokraten (PSD), Liberalen (PNL) und Konservativen (PC) versucht von den dauerhaften Protesten zu profitieren und hat für den heutigen Donnerstag einen Marsch zum Bukarester Regierungssitz angekündigt. Sie erwarten 10.000 Menschen. Die liberal-konservative Tageszeitung Adevărul meint, dass sich die Opposition überschätzt: "Die Leute rufen nicht: 'Nieder mit Băsescu, die USL soll an die Macht!' ... Im Gegenteil, bislang zögern die Protestler, als Vorreiter einer politischen Kraft gesehen zu werden. Das große Risiko des USL-Marsches ist, dass er negative Reaktionen bei den Demonstranten hervorruft. Es sind jetzt schon systemkritische Manifeste erschienen. Es gibt Stimmen, die das gesamte politische Konstrukt für die Situation verantwortlich machen, in die Rumänien geraten ist. Es ist schwer in Momenten von Protesten zu erklären, dass nicht die Demokratie die Schuld trägt, sondern das unvollständige Demokratiekonstrukt in Rumänien und vor allem ihr Missbrauch, der als Demokratie ausgelegt wurde. ... Die Macht der [liberaldemokratischen Regierungspartei] PDL bröckelt. Das heißt aber nicht automatisch, dass die Menschen den roten Teppich für die PSD und die PNL ausrollen, damit sie siegreich in den Regierungssitz einziehen können."
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