La Repubblica - Italien | Donnerstag, 26. Januar 2012
Mit dem Euro ist Europa noch nicht gerettet
Die Euro-Krise ist das Hauptthema in Davos, doch darf die wirtschaftliche Rettung Europas nicht das politische Europa-Projekt in den Hintergrund drängen, meint der Zeithistoriker Timothy Garton Ash in der linksliberalen Tageszeitung La Repubblica: "Wenn wir die Rettung des Euro erleben, ist das ein Triumph der Angst, nicht der Hoffnung. Hoffnung nährte andere große Momente des Projekts Europa. Diesmal ist es die Angst, die Deutschland und andere dazu veranlasst, eben das Allernotwendigste zu tun. Die Angst, dass der Preis des Scheiterns die Kosten der wenig verlockenden Alternative der Rettung der klammen Länder übersteigen könnte. ... Die Rettung des Euro darf aber nicht als Ersatzhandlung an die Stelle des größeren politischen Projekts treten, das bisher als Herzstück und als Katalysator diente. Die Politik der Angst mag zur Rettung des Euro gereichen. Was Europa jetzt braucht ist eine Politik der Hoffnung."
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