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Il Sole 24 Ore - Italien | Freitag, 27. Januar 2012

Teheran sitzt am längeren Hebel

Der Plan des Irans, den Erdöl-Verkauf nach Europa seinerseits zu stoppen, ist ein profitabler Schachzug, meint die Wirtschaftszeitung Il Sole 24 Ore: "Die wahren Schiedsrichter im Erdöl-Kampf sind die Märkte. Denn dort, hinter den Kulissen der Erklärungen der jeweiligen Regierungen, findet die richtige Schlacht statt. Teheran will mit der Drohung, Brüssel zuvorzukommen und den Öl-Export zu stoppen, die Preise hochtreiben. Die Iraner werden das Erdöl zu niedrigeren Preisen an die Chinesen verkaufen, die es mit beachtlichem Gewinn dem Markt wieder zuführen werden. Andere werden es China gleichtun. Auf diese Weise umging vor zehn Jahren der Irak das Embargo. Der Iran hat mehr Alliierte, als man glaubt. Der afghanische Präsident Hamid Karzai etwa verteidigte bei seinem Staatsbesuch in Italien [am Mittwoch] Teheran mit gezücktem Schwert. Es ist gut möglich, das Kabul auf die Hilfe Teherans zählt, um die von den USA geforderten Verhandlungen mit den Taliban zu sabotieren. Wollen wir wetten, dass das iranische Erdöl unter den Augen unserer Soldaten auch durch Afghanistan fließen wird? Das ist der Lauf der Welt, und der ist anders als uns die Politiker glauben machen wollen auf ihren immer nutzloser werdenden internationalen Treffen."

» zur gesamten Presseschau vom Freitag, 27. Januar 2012

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