Lidové noviny - Tschechien | Montag, 30. Januar 2012
Tschechische DNA-Sammelwut
Die tschechischen Strafverfolgungsbehörden nehmen wegen einer unscharfen Rechtslage derzeit von nahezu jedem Verdächtigen eine DNA-Probe. Dies gilt nicht nur bei mutmaßlichen Kapitalverbrechern, sondern auch bei Kleinkriminellen. Für die konservative Tageszeitung Lidové noviny ist das ein Unding: "Niemand bestreitet, dass eine DNA-Analyse ein wirksames Mittel für Kriminalisten ist. Niemand bestreitet, dass es im Interesse eines zivilisierten Landes liegt, Verbrecher dingfest zu machen. ... Wenn wir zu den zivilisierten Ländern gehören wollen, brauchen wir aber auch zivilisierte Regeln. Und die sagen, dass der Staat für die Bürger da ist, nicht umgekehrt. Von Gewaltverbrechern nehmen wir selbstverständlich die DNA. Aber behaupten wir nicht, dass jemand, der einmal einen Eigentumsdelikt begangen hat, auch zur Gewalt neigt. Das erinnert an den Kinderspruch: Wer lügt, der stiehlt auch und reißt kleinen Käfern die Beine aus."
» weiterführende Informationen (externer Link, tschechisch)
Mehr aus der Presseschau zu den Themen » Innenpolitik, » Kriminalität, » Justiz, » Tschechien
Alle verfügbaren Texte von » Zbyněk Petráček
» zur gesamten Presseschau vom Montag, 30. Januar 2012