De Standaard - Belgien | Montag, 30. Januar 2012
Generalstreik schadet Belgien nur
In Belgien hat ein Streik gegen das Sparprogramm der Regierung das öffentliche Leben zum Erliegen gebracht. Er begann am Sonntagabend und soll den Montag über andauern. Doch die Gewerkschaften greifen damit zum falschen Mittel, um Schuldenkrise und Rezession zu bewältigen, meint die liberale Tageszeitung De Standaard: "Der Weg in eine bessere Zukunft ist äußerst schmal. Das hat weniger mit Ideologie als mit Realismus zu tun. Aber dafür muss das gegenseitige Vertrauen wiederhergestellt werden. Der heutige Streiktag hilft dabei nicht. ... Das Morgen ist wichtiger. Verbraucher und Unternehmer sind verängstigt. Ihr Vertrauen in die Bewältigung der Krise muss wiederhergestellt werden. Aber es fehlt noch eine andere Art von Vertrauen: Das Vertrauen darin, dass der Wohlstand, wenn es uns irgendwann wieder besser geht, gerechter verteilt wird. ... Wir brauchen nichts Geringeres als einen neuen Sozialpakt. Streiks wie heute, die die Gegensätze verschärfen, lenken nur von der Hauptsache ab. Nur wenn wir gemeinsam schmerzhafte Entscheidungen treffen und die Lasten gerecht verteilen, wird es uns besser gehen."
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