România Liberă - Rumänien | Dienstag, 31. Januar 2012
Haftstrafe für Ex-Premier gefährdet seine Partei
Der frühere rumänische Premier Adrian Năstase (2000 bis 2004) ist am Montag vom Obersten Gerichtshof in Bukarest wegen illegaler Parteienfinanzierung zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Er hat demnach rund 1,6 Millionen Euro von Firmen und Geschäftsleuten veruntreut und für seinen Präsidentschaftswahlkampf 2004 genutzt. Die Tageszeitung România Liberă vermutet, dass seine sozialdemokratische Partei PSD an dem Urteil zerbrechen könnte: "Ein Urteil für einen Politiker eines solchen Kalibers wie Adrian Năstase öffnet in der eigenen Partei die Büchse der Pandora, was dem Parteichef Victor Ponta extreme Schwierigkeiten bereiten wird. ... Einerseits ist die Haftstrafe ein Image-Schaden, andererseits könnte die Partei in verschiedene Lager zerfallen - in die Unterstützer von Năstase und jene, die sich distanzieren (ob aus Prinzip oder aus Angst). Parteichef Victor Ponta hat Năstase schon einmal erklärt, dass im Fall einer Verurteilung die Partei sich nicht wie eine Mauer schützend vor ihn stellen werde, zumal gegen Năstase noch weitere Verfahren laufen. ... Es wird also schwer sein, die PSD zu beruhigen, wo die Interessensgruppen und das Beziehungsdickicht komplizierter sind als in jeder anderen rumänischen Partei."
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