Blog Jugular - Portugal | Dienstag, 31. Januar 2012
Rajoys neues Abtreibungsgesetz scheinheilig
Spaniens neue konservative Regierung will die erst im Sommer 2010 eingeführte Reform der Abtreibungsgesetze teilweise zurücknehmen. Eine solche Gesetzesänderung ist scheinheilig, meint die Journalistin Fernanda Câncio im Blog Jugular: "Bis 2010 hatte Spanien ein ähnlich restriktives Abtreibungsgesetz wie das in Portugal von 1984. Es erlaubte Abtreibungen nur nach Vergewaltigung oder bei schweren Missbildungen des Fötus und bei einem Risiko für Leben und Gesundheit der Frau. Doch das Gesetz wurde sehr offen interpretiert: Die Frau konnte selbst entscheiden. So haben die Portugiesinnen zu Tausenden in Kliniken an der Grenze abgetrieben. 2007 wurde das Gesetz in Portugal per Referendum endlich geändert. … Etwas später nahm Zapatero die Gesetzesänderung in sein Wahlprogramm auf, eine Art Annahme der Realität. ... Rajoy kündigte nun die Rückkehr zum alten Gesetz an. Will er die rund 100.000 Spanierinnen, die jährlich abtreiben, vor Gericht bringen? Oder er ist listig und weiß: Alles bleibt beim Alten. Vielleicht will er nur den religiösen Fundamentalisten entgegenkommen."
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