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Medienlandschaft in Bulgarien


Mit der demokratischen Wende von 1989 ordnete sich die bulgarische Medienlandschaft neu. Die starke Nachfrage nach unabhängigem Journalismus nach jahrzehntelanger Unterdrückung der Medienfreiheit durch die Kommunisten (1944-1989) begünstigte die Entstehung zahlreicher Printmedien. Während die ersten unabhängigen Tageszeitungen 24 Chasa und Trud, die seit 1997 zur deutschen WAZ Mediengruppe gehören, immer noch hohe Auflagen erzielen, fristet die Tageszeitung Duma als Nachfolger der ehemals kommunistischen Presse heute ein Schattendasein.

Sofia
Foto: Boby Dimitrov, Lizenz: Creative Commons by-nc-sa/2.0


Im Einklang mit der zunehmenden Politikverdrossenheit der Bulgaren, kamen zahlreiche Boulevardblätter auf den Markt. Die auflagenstärkste Wochenzeitung Weekend spricht mit unterhaltenden und leicht aufgearbeiteten Informationen ein breites Publikum an. Die Tageszeitung Dnevnik und die Wochenzeitung Kapital gelten hingegen als Qualitätsblätter. Beide richten sich an eine gebildete sowie politisch interessierte Leserschaft und setzen stärker als andere Medien auf den interaktiven Ausbau ihrer Onlineangebote.

In den internationalen Ranglisten der Pressefreiheit liegt Bulgarien weit hinter dem EU-Durchschnitt. Grund dafür sind häufige Überfälle auf Journalisten und die starke Abhängigkeit der Medien von politischen und wirtschaftlichen Kreisen. Das Fehlen eines Pressegesetzes erschwert die Kontrolle der Finanzierungsquellen von Zeitungsverlagen sowie die objektive Offenlegung ihrer Besitzer. Das bietet ständigen Anlass für Spekulationen. Vor diesem Hintergrund gewinnen unabhängige Blogs zunehmend an Bedeutung.

Die wesentlich stärkere Regulierung der elektronischen Medien sorgte zwar für mehr Transparenz, verzögerte jedoch wesentlich die Frequenzvergabe an private Fernseh- und Radiosender. Heute dominieren ausländische Medienkonzerne den bulgarischen Fernsehmarkt mit den überregionalen Privatsendern bTV und Nova Televizija. Durch die Einführung moderner Unterhaltungsformate konnten sie das jahrelange Monopol des staatlichen Fernsehens rasch zurückdrängen. Der einzige öffentlich-rechtliche Fernsehkanal BNT1 hat jedoch weiterhin einen starken Einfluss auf die Meinungsbildung. Der bulgarische nationale Hörfunk und das private Darik Radio sind die einzigen überregionalen Sender mit überwiegendem Wortanteil.

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