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Medienlandschaft in Dänemark


Die dänischen Medien haben ein lange Tradition. Die Tageszeitung Berlingske Tidende wurde von Ernst Heinrich Berling gegründet und erschien das erste Mal am 3. Januar 1749 - noch unter der absoluten Monarchie. Im 19. Jahrhundert bildete sich eine Presselandschaft heraus, die im Wesentlichen der politischen Landschaft entsprach: Die Zeitungen gehörten jeweils einer der vier Parteien. Heute gehört nur noch die lokale Tageszeitung Skive Folkeblad einer Partei, der sozialliberalen Radikale Venstre.

Meerjungfrau
Foto: suswar, Lizenz: Creative Commons by-nc-sa/2.0


Die meisten Zeitungen werden von Stiftungen getragen, um ihre Selbstständigkeit zu sichern. Wirtschaftliche Zwänge haben mittlerweile politisch unterschiedlich ausgerichtete Tageszeitungen wie Jyllands-Posten (rechtsliberal) und Politiken (sozialdemokratisch orientiert) zu einem organisatorischen Zusammenschluss in einem Pressehaus geführt. Politisch unterschiedlich ausgerichtete Tageszeitungen findet der Leser aber noch immer. Der bürgerliche Berlingske Konzern, der als Flagschiff der dänischen Presse gilt, wechselte mehrfach den Besitzer und kam in ausländische Hände.

Der Versuch großer Medienhäuser, ihren Konkurrenten mit Gratiszeitungen Leser abzunehmen, hat die Konzerne in einen ruinösen Wettbewerb geführt. Übrig geblieben sind drei Gratiszeitungen: Urban (zu Berlingske Tidende), 24timer (zu Jyllands-Posten und Politiken) sowie MetroXpress (schwedischer Konzern).

Alle Zeitungen sind im Internet aktiv. Nachrichten sind meist frei zugänglich, für Hintergrundberichte und die Archive muss oft bezahlt werden. Die Blogosphäre ist kaum ausgeprägt. Die meisten regelmäßig geführten Blogs finden sich auf den Internetseiten der Zeitungen.

Der öffentlich-rechtliche Rundfunk versorgt über Danmarks Radio Hörer und Zuschauer. Der zweite TV-Kanal des Landes, TV2, ist ein kommerzieller Sender, der sich aber in staatlicher Hand befindet und demnächst verkauft werden soll. Rein private Fernsehsender gibt es in Dänemark nicht. Nur im Rundfunk haben sich neben öffentlich-rechtlichen auch private Radiosender etabliert. Danmarks Radio erreicht pro Woche im Schnitt 87 Prozent aller Dänen über 15 Jahre. Die kommerziellen Sender erreichen knapp 60 Prozent. Da die Dänen in hohem Maß das Internet nutzen, mehr als 80 Prozent besitzen einen Zugang, betreiben die Radiosender auch eigene Webseiten.

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